Chronik

Rückblick auf 20 Jahre
Landfrauenverein
Wellendingen,
Ortsteil von Bonndorf/Schw.
Ein Verein kommt nie plötzlich, meistens wird die Geburt durch eine Hebamme in die Wege geleitet

Schon mehrere Jahre vor der Gründung gab es Kontakte von einigen Wellendinger Bäuerinnen und interessierten Frauen zu den Landfrauenvereinen von Bonndorf und Dillendorf, deren Veranstaltungen gemeinsam besucht wurden. Rita Dietsche, Ortsvorsitzende in Dillendorf, überzeugte Alma Albert, doch in Wellendingen einen eigenen Verein zu gründen.

Den entscheidenden Anstoß gab Lilly Veit, die damalige Vorsitzende des Landfrauenverbandes Südbaden, an einem Informationsabend in Wellendingen durch ihren Vortrag über die Entwicklung und die Aufgaben des Deutschen Landfrauenverbandes und die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten eines Ortsverein. Die damals bestehende „Turnergruppe“ unter Leitung von Ursula Schwarzwälder, Grundschullehrerin am Ort, konnte für die Idee eines Landfrauenvereins gewonnen werden; dies gab der Zahl der interessierten Gründungsmitglieder den nötigen Auftrieb.

Gründung am 02. Juni 1982

So kamen am 02. Juni 1982 35 Frauen aus Wellendingen und Wittlekofen zusammen, um den Landfrauenverein Wellendingen-Wittlekofen zu gründen. Unter der Wahlleitung von Lina Friedrich aus Blumegg, damalige Bezirksvorsitzende und Rita Dietsche, erste Vorsitzende des Nachbarvereins Dillendorf sowie Angelika Hogg von Dillendorf wurde der erste Vorstand gewählt.

Alma Albert als treibende Kraft des neuen Vereins wurde zur ersten Vorsitzenden bestimmt. Zweite Vorsitzende wurde Cäcilia Bündert aus Wittlekofen, Schriftführerin Stefanie Albert, Rechnerin Gertrud Kaiser und Beisitzerinnen Rosel Zoller und Klara Bernhart.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 10,– DM festgelegt, für Mitglieder des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) 5,– DM. Schon am 13. Juni 1982 konnten 60 Frauen nach Freiburg als Mitglieder gemeldet werden, 14 BLHV-Mitglieder und 46 Nichtbäuerinnen.

35 Mitglieder trugen sich am Gründungsabend in die Liste ein:

  1. Albert Alma, 2. Wehrle Margot, 3. Dilger Iris, 4. Kaiser Trudi, 5. Schwenninger Martha, 6. Albert Stefanie, 7. Dietsche Rosmarie, 8. Kromer Gertrud, 9. Amann Gabriela, 10. Bündert Cäcilia, 11. Bernhart Hildegard, 12. Blattert Elisabeth, 13. Dietsche Rosel, 14. Gromann Judith, 15. Albert Inge, 16. Dörle Roswitha, 17. Bernhart Klara, 18. Egi Hedwig, 19. Schanz Marianne, 20. Fechtig Rita, 21. Steinmann Elisabeth, 22. Utz Elfriede, 23. Kromer Margarethe, 24. Zoller Rosel, 25. Rohrer Hedwig, 26. Intlekofer Anna, 27. Kromer Klara, 28. Dietsche Berta, 29. Dietsche Ingeborg, 30. Wiehl Erika, 31. Krones Inge, 32. Dietsche Klara, 33. Rapp Elisabeth, 34. Amann Hannelore, 35. Albert Gertrud

Bis zur Meldung an den Verband am 13. Juni 1982 trugen sich weitere 25 Frauen ein:

  1. Schanz Marlies, 37. Isele Hildegard, 38 Gampp Maria, 39. Fechtig Anneliese, 40. Eichkorn Waltraud, 41. Kromer Luzia, 42. Nägele Inge, 43. Reiner Maria, 44. Duttlinger Rosmarie, 45. Isele Sophie, 46. Biehler Anita, 47. Kromer Rosmarie, 48. Haberstroh Christa, 49. Morath Anneliese, 50. Bündert Maria, 51. Morath Irmgard, 52. Fischer Klara, 53. Isele Inge, 54. Kromer Elfriede, 55. Pfeiffer Elisabeth, 56. Bündert Ulrika, 57. Schwarzwälder Ursula, 58. Messerschmid Christel, 59. Behringer Trudel, 60. Brogle Thekla.

Bis zum Ende des Jahres 1982 zählte der Landfrauenverein Wellendingen-Wittlekofen 70 Mitglieder. Mit den Vortragsveranstaltungen wurde regelmäßig zwischen Wellendingen und Wittlekofen abgewechselt. Außer der Bildungsarbeit zählten auch Ausflüge und Besichtigungen zum Programm. Die Kasse wurde gemeinsam geführt, die Bewirtung beim Wittlekofer Dorffest und beim Dorffest in Wellendingen übernahmen die Landfrauen des jeweiligen Ortes. Adventskaffee und Altentage wurden ebenfalls getrennt in den Orten Wellendingen und Wittlekofen veranstaltet. Die Gymnastikgruppe der Landfrauen von Wittlekofen leitete seit der Gründung 1982 Hedwig Waidelich aus Wangen. Die erste Gymnastikgruppe in Wellendingen leitete zuerst Ursula Schwarzwälder und danach bis heute Margot Wehrle und ab 1988 wurde mit einer zweiten Gymnastikgruppe begonnen, geleitet von Klara Bernhart.

Stefanie Albert musste auf Grund ihrer Krebserkrankung 1984 vorzeitig aus dem Amt der Schriftführerin ausscheiden. Sie gab uns bei der Generalversammlung 1986 als ihr Vermächtnis folgendes Gedicht mit auf den Weg:

An die Landfrauen
als Schriftführerin musste ich passen,
habe meine Tätigkeit vorzeitig verlassen,
ein kurzes Gedicht stand am Anfang,
nun möchte ich aufhören, wie es begann,
ich danke denen, die mein Amt übernommen,
nun sind mir noch ein paar Gedanken gekommen:
Über die Freude , die so wichtig ist,
die der Mensch zu oft vergisst,
freu dich am anbrechenden Morgen,
bringt der Tag dir auch manche Sorgen.
Freue dich am eifrigen Vogelgesang,
beim Betzeitläuten am Glockenklang,
freue dich an der Arbeit und täglichen Last,
danke Gott, wenn du viele Pflichten hast,
freue dich am frohen Kinderlachen,
wenn sie dir auch oft Sorgen machen,
freue dich an den Menschen an deinem Ort,
schimpf nicht so viel, gib lieber ein gutes Wort,
das bringt dir Freude in Fülle zurück,
und bedeutet Frieden und wahres Glück,
lerne den Nächsten zu verstehen,
mit ihm schwere Wege gehen,
das ist Freude, die den Menschen glücklich macht,
die manches erhellt, auch bei dunkler Nacht,
freue dich an der herrlichen Natur,
ob du viel gesehen oder wenig nur,
freue dich, dass es die Freude gibt,
ein Gott, der sie gegeben und uns liebt,
mit Jammern und Klagen wird gar nichts gut,
drum habe zur Freude einfach den Mut.

Stefanie Albert

Bei der Generalversammlung 1986 wurde Klara Bernhart zur Schriftführerin gewählt und Inge Nägele kam als Beisitzerin neu in die Vorstandschaft.
1989 war wieder ein Wahljahr, bei dem der bisherige Vorstand bestätigt wurde. Ein Wechsel war nur im Amt des Vereinsboten zu verzeichnen, diese Arbeit wurde in Wittlekofen von Sophie Isele und in Wellendingen von Christel Messerschmid übernommen.

Auf ein Neues

Als Einschnitt für den Landfrauenverein Wellendingen-Wittlekofen ist der Beginn des Jahres 1992 in die Vereinsgeschichte eingegangen.

Am 11. Januar 1992 war die Gründungsversammlung des Landfrauenvereins Wittlekofen. Wie Schriftführerin Klara Bernhart im Protokollbuch schrieb: „In beidseitigem Einvernehmen und mit dem Einverständnis der Vertreter der Stadt Bonndorf und des Landfrauenverbandes Südbaden trennte sich der Verein der Landfrauen Wellendingen – Wittlekofen, nachdem sich in Wittlekofen eine vollständige Vorstandschaft zur Führung bereit erklärt hatte“.
Eine Woche später war die 9. Generalversammlung in Wellendingen. Am 18. Januar 1992 mußte für den nun eigenständigen Landfrauenverein Wellendingen eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Erste Vorsitzende blieb wie bisher Alma Albert. Klara Bernhart blieb Schriftführerin und Trudi Kaiser Rechnerin. Neu hinzu kamen Ingeborg Dietsche als zweite Vorsitzende und als Beisitzerinnen Hildegard Bernhart und Elisabeth Blattert. Gerhild Dietsche wurde neue Austrägerin des Rundbriefes.

Und am 21. Februar 1992 wurde die Vereinskasse unter Anwesenheit von Bürgermeister Scharf und den Vorständen der beiden nun selbständigen Vereine geteilt und zwar gerechterweise genau nach der jeweiligen Mitgliederzahl, in Wellendingen waren es zu dieser Zeit 48 Frauen.

Im April 1992 gründeten dann 15 junge Frauen die dritte Gymnastikgruppe unter Leitung von Ingrid Dietsche und traten dem Landfrauenverein bei. Später übernahm Elvira Howe die Leitung der „Montagsgymnastik“.

1995 war wieder ein Wahljahr. Alma Albert übergab nach zwölfjähriger Führung das Amt der ersten Vorsitzenden an Klara Bernhart, zweite Vorsitzende wurde Gertrud Arbogast und Ruth Dilger übernahm die Kassenführung von Trudi Kaiser. Neue Schriftführerin wurde Barbara Dietsche. Beisitzer wurden Gabi Bernhart, Hannelore Amann, Hildegard Bernhart und Stefanie Zürn. Das Amt der Vereinsbotin teilten sich nun Anita Matt und Elisabeth Blattert.

Bis zur nächsten Vorstandswahl wurden in bewährter Weise wieder viele Veranstaltungen, Vorträge, Arbeitseinsätze organisiert und durchgeführt.

Am 20. Januar 2001 wurde Barbara Dietsche als erste Vorsitzende gewählt, zweite Vorsitzende ist nun Hildegard Bernhart, Schriftführerin Anita Fechtig, Kassiererin blieb Silvia Maier, sie hatte das Amt zwischenzeitlich von Ruth Dilger übernommen, und Beisitzerinnen wurden Regina Frommherz, Gabi Bernhart und Hannelore Amann.
Der Landfrauenverein Wellendingen zählt heute 65 Mitglieder.
Durch den Tod haben wir fünf Gründungsmitglieder verloren:

09. April 1988          Stefanie Albert
15. Dezember 1991     Rosel Dietsche
29. Juni 1997          Berta Messerschmid
08. Dezember 1998     Anneliese Fechtig
18. Juli 2001           Iris Dilger

Wir werden sie stets in unserer Erinnerung behalten.

Zusammenfassung:

Insgesamt wurden in diesen 20 Jahren des Bestehens des Landfrauenvereins Wellendingen

27 Ausflüge unternommen
zu 21 Wanderungen gestartet,
33 Stubete und gemütliches Beisammensein genossen,
13 Adventskaffees besinnlich gestaltet und
15 Betriebsbesichtigungen gemacht.
13 Feiern von Nachbarvereinen wurden besucht,

59 Vorträge gehört,
4 Back- und Kochkurse und 32 Kreativkurse veranstaltet,
7 Vorführungen organisiert,
sich bei 3 Erste-Hilfe-Kurse geschult.

Überörtliche Termine von Bezirksversammlungen und Landfrauentage wurden wahrgenommen,
außerdem wurden Altenmittage der Dienstagsturnerinnen, Hock’s in der Fuchsberghütte,
Weihnachtsfeier, Rückenschule und Frauenfrühstück besucht……

Aktiv wurde bei folgenden Festen mitgewirkt:

1984 – Dorffest Wellendingen
1985 – Schimmelgass-Fest
Dorffest Wittlekofen
1986 Dorffest Wellendingen
1987 Bewirtung Manöverball Stadthalle Bonndorf
1990 Dorffest Wellendingen
1991 Kaffeestube beim Fest 100 Jahre Stadtrecht Bonndorf
das bedeutet 160 Kuchen verkauft – 40 Frauen arbeiteten 300 Stunden
1992 Dorffest Wellendingen
1993 Gläserne Produktion beim Bauernhof Dietsche im Winkel
1997 Kaffeestube beim Feuerwehrfest
2000 Germanen-Dorffest.
Seit den Jahren 1991/1992

   – jährliches Frühlingsfest bei Auto-Amann
    – Senioren- und Landfrauenfasnacht einstudiert und durchgeführt
    – Kreuzwegandacht mit der Frauengemeinschaft Bonndorf
    – Maiandacht beim Chäppili
    – Fronleichnamsaltar schmücken
    – Kräuterbuschelweihe an Maria Himmelfahrt

seit 2 Jahren

   – Peter + Paulinchen Ferienprogramm,
   – Fredericktag

und nicht zu vergessen:

   – unzählige Vorstandsitzungen
   – Besuche der Vorstandschaft bei runden Geburtstagen,
   – bei der Geburt eines Kindes,
   – bei kranken Mitgliedern zu Hause oder im Krankenhaus
   – seit 1986 die Fasnet ausrufen am schmutzigen Donnerstag
   – die wöchentlichen Gymnastikabende aller drei Gruppen
   – Alma Albert hat viele Säcke Korken gesammelt
   – einen Walnussbaum im Japanischen Garten gepflanzt (1995)
   – und zwei PC-Kurse mit dem Programm „start & click“ durchgeführt.
und sogar die Presse hat (manchesmal) über uns berichtet.

Vielfältig war all‘ die vielen Jahre das Vereinsleben und so soll es bleiben.

Drum zum Schluss noch ein Gedicht einer unbekannten Verfasserin:

Aus kleinen Wurzeln
wuchs der Baum
vom Landfrauenverbande,
und er verbindet weit im Raum
die Frauen auf dem Lande.

Gäb’s ihn noch nicht,
so meine ich,
wir müssten ihn erfinden
und uns für unsern Lebensraum
heut‘ täglich neu verbinden.

Wir stellen uns ganz darauf ein
gemeinschaftlich zu reifen.
Wir wollen wie die Räder sein,
die ineinander greifen.

 

Ingeborg Dietsche 02.06.2002